Bewerbungsschreiben – Inhalt und Aufbau

Das Bewerbungsschreiben, häufig auch einfach Anschreiben oder Bewerbungsanschreiben genannt, kann als das wichtigste Dokument in der Bewerbungsmappe betrachtet werden. Nicht umsonst befindet sich dieses Dokument ganz oben direkt nach dem Deckblatt in der Bewerbungsmappe.

Bewerbungsschreiben Laptop

In der Regel gilt: wenn überdurchschnittlich viele Bewerbungen erfolglos bleiben, dann sollte man zuerst das Bewerbungsschreiben unter die Lupe nehmen. Erst danach folgt ein kritischer Blick auf den Lebenslauf, um die Bewerbung erfolgreich zu machen.

Ein perfektes Bewerbungsanschreiben, alles eine Frage der Übung

Eine perfekte Bewerbung ist nicht einfach so erstellt. Ein gutes Bewerbungsschreiben entwickelt sich Satz für Satz. Die gute Nachricht ist, dass jeder ein „funktionierendes“ Anschreiben erstellen kann, dazu muss man nur den optimalen Aufbau wissen.

Da das Anschreiben eines der ersten Unterlagen der Bewerbungsmappe ist, muss es den Personaler von Ihnen überzeugen, einen sauber strukturellen Aufbau aufweisen und zu 100 % Ihr Interesse und Ihre Kompetenzen widerspiegeln.

Hinweis Bei einer durchgeführten Umfrage von zahlreichen Personalleitern kam die erschreckende Tatsache ans Licht, dass jede zweite Bewerbung alleine wegen dem Bewerbungsschreiben ausscheidet.

Jede ZWEITE Bewerbung!

Das ist sehr beunruhigend, vor allem für Bewerber, die mit ihrer Bewerbung so schnell wie möglich Erfolge sehen wollen. Was genau können Sie also tun, damit Ihre Bewerbung eben zu den erfolgreichen zählt?

Der Aufbau eines perfekten Bewerbungsschreibens

Schauen wir uns zunächst einmal an, wie ein typisches Bewerbungsschreiben aussieht bevor wir uns mit den Details beschäftigen. Ein komplettes Bewerbungsanschreiben besteht aus mindestens 8 Segmenten (Teilen), diese sind:

  • Der Briefkopf (Absender, Empfänger und Datum)
  • Der Betreff
  • Die Ansprache
  • Die Einleitung
  • Der Hauptteil (Fähigkeiten, Qualifikationen)
  • Der Abschluss
  • Die Unterschrift
  • Die Anlagen

Lassen Sie uns eines unserer Muster-Bewerbungsanschreiben anschauen, damit Sie besser verstehen können, wie die einzelnen Segmente im Detail aufgebaut sind:

Muster-Bewerbungsschreiben

(Hier finden Sie die das Muster-Bewerbungsanschreiben als PDF zum Download)

  1. Ganz oben haben wir den Briefkopf. Dort muss die vollständige Adresse des Bewerbers plus Telefonnummer und neuerdings auch eine E-Mail-Adresse eingetragen werden. Das Ganze kann man sehr einfach mit jeder guten Textverarbeitungssoftware realisieren, indem man eine Tabelle mit einer Reihe und zwei Spalten erstellen. Direkt darunter wird die Empfängeradresse der Firma eingetragen, bei der Sie sich bewerben möchten. Abschließend wird das aktuelle Datum auf der rechten Seite platziert. Und vergessen Sie nicht, das Datum bei jeder neuen Bewerbung zu aktualisieren!
  2. Als Nächstes folgt der Betreff, der im 2. Bereich seinen Platz findet. Das ist in der Regel ein „Einzeiler“ und ist bei so gut wie allen Bewerbungsanschreiben ähnlich aufgebaut: „Bewerbung als …“ oder „Ausbildung zum“.
  3. Direkt da drunter folgt die Anrede. Hier sollte man einen Ansprechpartner beim Namen nennen. Sie haben keinen Ansprechpartner? Dann finden Sie einen! Recherchieren Sie über die Firma oder fragen Sie telefonisch oder per E-Mail nach, wer für Bewerbungen zuständig ist und besorgen Sie sich einen Namen.
  4. Der vierte Bereich ist die Einleitung. Hier schreiben Sie in einem einzigen Textblock, der ungefähr aus 3 – 4 Sätzen besteht, was Sie verleitet hat, sich bei der Firma zu bewerben und sprechen Sie kurz an, warum Sie Interesse an dem Job/Ausbildung etc. haben.
  5. Im Hauptteil haben Sie nur ein einziges Ziel: Durch starke Argumente und emotionelle „Trigger“ den Personaler von sich zu überzeugen. Erzählen Sie in aller Kürze, was Sie mit der Beschäftigung verbindet und warum Sie denken, wertvoll für die Firma zu sein und in das Stellenprofil zu passen. Erzählen Sie eine sehr gute Geschichte, die ins Stellenprofil passt, in der Sie die Hauptrolle spielen.
  6. Der sechste Bereich muss den Hauptteil abschließen. Hier ist es empfehlenswert, die Initiative zu ergreifen und zu fragen, ob man zu einem bestimmten Zeitpunkt telefonisch einen Termin für weitere Einzelheiten vereinbaren kann. Dadurch bestärkt man das Interesse an einer aktiven Zusammenarbeit.
  7. Der vorletzte Bereich ist nichts Besonderes. Hier wird eine Begrüßung und zusätzlich eine von Hand geschriebene Unterschrift platziert.
  8. Im letzten Bereich werden alle Anlagen aufgeführt. Die Anlagen müssen relevant für die jeweilige Stellenausschreibung sein. Hier gilt: Alle Zeugnisse, Belege und Nachweise, die Sie für die Arbeitsstelle „qualifizieren“, werden als Anlage beigefügt, alles andere sollte besser draußen bleiben.
Tipp Zwar besteht ein gutes Bewerbungsanschreiben aus gerade mal 8 Bereichen, jedoch bieten diese mehr als genug Platz für Fehler. Lesen Sie am besten den weiterführenden Artikel: Häufige Fehler im Bewerbungsschreiben, bevor Sie anfangen, an Ihrer Bewerbung zu schreiben.

Die 5 besten Praxis-Tipps für ein besseres Anschreiben

Die folgenden 5 Tipps werden Ihnen helfen, mit Ihrer Bewerbung bessere Chancen zu haben, sich erfolgreich zu bewerben und Ihren gewünschten Job zu bekommen.

Tipp 1: Seien Sie so einzigartig wie Ihr Fingerabdruck

Sie sind einzigartig, wieso sollte dann Ihre Bewerbung nicht ebenso sein? Wissen Sie, was eine der Hauptursachen für abgelehnte Bewerbungen ist? Es sind Bewerbung, die es nicht schaffen, sich von der Masse abzuheben.

Tausende von Menschen greifen bei der Bewerbung zu sogenannten Mustervorlagen zurück, tragen nur ihre Anschrift, die Empfängeradresse, das Datum ein und machen einige kleine Änderungen an dem Haupttext.

Alle Textblöcke werden minimal angepasst, damit diese zu der jeweiligen Stellenbeschreibung passen. Damit ist die Schwerstarbeit bereits erledigt und die Bewerbung ist fertig.

Das Ganze wird dann ausgedruckt, unterschrieben und schon ist die Killerbewerbung bereit … doch leider ist es heute nicht mehr so einfach. Der Weg, den viele gehen, muss nicht gleich der richtige sein. Das betrifft auch das erfolgreiche Bewerben.

Wenn Sie es nicht schaffen, im Bewerbungsanschreiben aus der Masse herauszustechen, haben Sie keine Chancen, mit Ihrer Bewerbung erfolgreich zu sein.

Sie können gerne auf Mustervorlagen zurückgreifen. Diese sollten Sie jedoch nur als Inspirationsquelle, so zu sagen als Starthilfe, nutzen, mehr nicht. Ihre fertige Bewerbung sollte so einzigartig sein wie Ihr Fingerabdruck.

Tipp 2: Wecken Sie Interesse zu Ihrer Person

Wenn Sie sich einmal in die Lage eines Personalchefs versetzen und sich fragen: „Was möchte ich lesen, wenn ich für diese Arbeitsstelle die geeignete Person finden möchte?“, dann werden Sie früher oder später herausfinden, was Sie schreiben müssen, um eine wirkungsvolle Bewerbung abzuliefern.

Sie müssen beim Personalchef Interesse wecken oder noch besser: diesen beeindrucken!

Jetzt gilt es nur noch herauszufinden, wie Sie sich interessant machen oder wie Sie mit Ihren Fähigkeiten oder Qualifikationen andere beeindrucken können. Es muss schließlich etwas geben, was sie so besonders wertvoll für Ihren potenziellen Arbeitgeber macht.

Interessant werden Sie, indem Sie zur Arbeitsstelle passende Fähigkeiten geschickt in den Hauptteil des Anschreibens packen und zusätzlich zeigen, dass Sie sich mit Ihren Pflichten als zukünftiger Angestellter bestens auskennen.

Zusätzlich kann es nicht schaden, wenn Sie dem Personalchef einige Skills (Fähigkeiten) vorführen, die Sie in das Arbeitsverhältnis miteinbringen werden und von denen die Firma natürlich profitieren wird.

Tipp 3: Halten Sie sich an eine klare inhaltliche Struktur

Bevor Sie mit dem Schreiben des Anschreibens beginnen, erstellen Sie zuerst eine Vorlage. Diese Vorlage hat festgelegte Schriftarten- und Größen und eine bestimmte Struktur. Ist diese Vorlage fertig, erstellen Sie anhand dieser Vorlage alle notwendigen Unterlagen für Ihre Bewerbungsmappe.

Weichen Sie keinesfalls von Ihrer Vorlage ab.

Die Schriftgröße, Schriftart und die Farben bleiben getreu dieser einen Vorlage. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie eine übersichtliche Struktur schaffen, wenn Sie Ihre Bewerbung erstellen. Unterteilen Sie zudem alle Teile des Anschreibens in eigenständige Bereiche, so wie im Beispiel oben.

Verzichten Sie am besten auf fertige Mustervorlagen. Sie können sich von diesen inspirieren lassen, kopieren sollten Sie diese jedoch niemals 1 : 1. Wahren Sie die Einzigartigkeit Ihrer Bewerbung, dann werden Sie schon mal auf einem guten Weg zu einer perfekten Bewerbung sein.

Tipp 4: Bleiben Sie bei der Wahrheit

Sicherlich, es ist nicht schön, wenn man der Meinung ist, kaum oder wenige Qualifikationen für einen Job mitbringen zu können. Doch wenn es so ist, dann ist es nun mal so. Es bringt nichts, in der Bewerbung fiktive oder übertriebene Aussagen zu den eigenen Fähigkeiten oder Qualifikationen zu machen.

Jeder erfahrende Personalchef weiß, wie man aus einem Bewerber die ganze Wahrheit herauskitzeln kann – spätestens dann, wenn das Vorstellungsgespräch beginnt. Und die Aufdeckung von Lügereien kann nicht nur peinlich werden, sondern in schlimmsten Fällen auch strafbar sein.

Besser ist es, wenn Sie Ihre Fähigkeiten „spezialisieren“. Möchten Sie beispielsweise einen Job als Webdesigner ergattern und können nichts mit Photoshop anfangen, da Sie es bisher nicht benötigt haben, dann richten Sie Ihren Schwerpunkt auf die Nutzung eines anderen Programms zur Grafikmanipulation aus.

Tipp 5: Vermeiden Sie Fehler

Die meisten Bewerbungen werden alleine nur aus dem Grund abgelehnt, weil der Bewerber die Sache offensichtlich auf die leichte Schulter nimmt. Eine Bewerbung ist keine SMS an einen Freund oder ein Brief an einen Bekannten.

Eine Bewerbung ist der Schlüssel für eine neue berufliche Karriere. Und genauso ernst sollte man es auch nehmen!

Haben Sie eine Bewerbung geschrieben, prüfen Sie, ob Sie nicht einen dieser häufigen Fehler im Bewerbungsschreiben oder einen Fehler im tabellarischen Lebenslauf gemacht haben.

Und hat Ihr Textprogramm überhaupt eine Rechtschreibprüfung? Das sollte es haben, wenn Ihre Bewerbung erfolgreich sein soll. Auch in dem Fall, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass Ihre Bewerbung „perfekt“ ist, sollten Sie alle Unterlagen einmal jemandem zum Probelesen geben.

Sie werden erstaunt sein, wie viele Rechtschreibfehler oder Grammatik-Patzer Sie sich geleistet haben, ohne davon überhaupt was zu wissen. Achten Sie auch besonders darauf, dass keine Flecken, Knicke oder gar Risse auf den Bewerbungsunterlagen entstehen.

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Das Handbuch zur perfekten Bewerbung
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